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260 Ziel, Interesse oder Aufgabe der Institution

"Die Stadt Espelkamp in Nordrhein-Westfalen entstand 1949 als industriegewerbliche Vertriebenen- und Flüchtlingssiedlung auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsanstalt (Muna) der Wehrmacht durch eine besondere Kooperation zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Hilfswerk der Evangelischen Kirche. Damit wurde die Muna – als ehemalige Produktionsstätte der Vernichtung – zum Ausgangspunkt eines der größten sozialen, karitativen, politischen und wirtschaftlichen Projekte der Nachkriegszeit. Espelkamp sollte zu einem Modell für die Eingliederung der Vertriebenen und Flüchtlinge und darüber hinaus zu einem Symbol des friedlichen Wiederaufbaus Deutschlands mit internationaler Signalwirkung werden." (Hannelore Oberpenning, "Arbeit, Wohnung und eine neue Heimat …". Espelkamp - Geschichte einer Idee, Essen 2001, Umschlagstext.)

4208 Geschichtliche Stationen und Daten

  • Die Muna Espelkamp sollte entprechend den Entmilitarisierungsbestimmungen der Potsdamer Konferenz gesprengt werden.
  • 09.1945 Pastor Forell, Birger, Beauftragter für die Kriegsgefangenenfürsorge in England im Dienste des YMCA, kontaktiert erstmals das Evangelische Hilfswerk.
  • 07.1946 Diehl, Heinrich Johannes, der Verbinungsmann des Hilfswerks zur britischen Militärregierung, besichtigt die Muna Espelkamp.
  • 04.1947 Das Evangelische Hilfswerk beantrag bei General Alec Bishop die Freigabe des Geländes.
  • 13.10.1947 Schreiben der Religious Affairs Branch an Pawlowski, Karl: General Alec Bishop von der britischen Militärregierung beschließt nur die Munitionsbunker sprengen zu lassen und das Gelände dem Hilfswerk zur Verfügung zu stellen.
  • 1948 Gespräche zwischen dem Hilfswerk in Bielefeld und dem Zentralbüro in Stuttgart über die Nutzbarkeit Espelkamps. Es entstehen die Pläne zur Errichtung einer christlich-sozialen Siedlung.
  • 09.1948 Ilgner, Max kommt nach einer dreijährigen Haftstrafe, zu der ihn das Nürnberger Militärgericht wegen seiner leitenden Tätigkeit für die IG Farben verurteilt hatte, zu seiner Frau nach Espelkamp.
  • 21.09.1948 Grundsätzliches Gespräch von Forell, Birger und Ilgner, Max mit Gerstenmaier, Eugen über die Nutzung von Espelkamp als industrie-gewerbliche Siedlung für Vertriebene. "Der Umfang der vom Hilfswerk Westfalen geplanten karitativen Einrichtungen sollte dabei eine deutliche Reduzierung erfahren" (Oberpennig, Arbeit, 43)
  • 10.1948 Konferenz mit Vertretern der "Christian Reconstruction of Europe", des Evangelischen Hilfswerks Westfalen, der Evangelischen Kirche von Westfalen, des Zentralbüros des Evangelischen Hilfswerks in Stuttgart sowie westdeutscher Industrieller: Harland, L. W.Jong Frank deKoch, KarlKunst, HermannPawlowski, KarlDidlaukies, WalterGerstenmaier, EugenIlgner, MaxBusschee-Münch, Baron von demStinnes, HugoConzen, HeinrichCroon, HannsLucke, Ernst, Dr. Grille von der Dynamit AG Troisdorf und Vertreter der Miele-Werke in Gütersloh.
  • 03.12.1948 Gespräch in Espelkamp mit Ministerpräsident Arnold, KarlDrake, EugenKoch, KarlKunst, HermannGerstenmaier, EugenPawlowski, KarlIlgner, Max.
  • 1949 Ilgner, Max verfasst eine Denkschrift über Espelkamp. Er wird von Gerstenmaier, Eugen mit der Organisation und Koordination des Aufbaus beauftragt.
  • 04.10.1949 Gründung der 'Aufbaugesellschaft Espelkamp GmbH' als Gesamtbauträger der Siedlung durch die Evangelische Kirche in Deutschland/Zentralbüro des Hilfswerks der Evangelischen Kirchen in Deutschland, die Evangelische Kirche Westfalen/Evangelisches Hilfswerk Westfalen, Land Nordrhein-Westfalen.
  • 1955 1. Tagung der zweiten Synode der EKD in Espelkamp

Netzwerk

500 Gerstenmaier, Eugen (als Leiter des Evangelischen Hilfswerks stark in die Gründung involviert: Oberpenning, Arbeit, 40ff.)

500 Kunst, Hermann (Vorsitzender des Kuratoriums zur Konzeption des Siedlungsprojektes: Oberpenning, Arbeit, 52)

500 Pawlowski, Karl (Leiter des evangelischen Hilfswerks Westfalen)

500 Forell, Birger (Schwedisches Hilfswerk)

500 Ilgner, Max (Industrieller, NSDAP-Mitglied, als ehemaliger IG-Farben-Manager zu drei Jahren Haftstrafe verurteilt. "Chance zur Wiedergutmachung" Oberpenning, Arbeit, 43; er gründete 1952 die „Internationale Gesellschaft für Christlichen Aufbau“). Ilgner war für die Planung und Oberaufsicht Espelkamps zuständig.

500 Bishop, Alex (General der britischen Militärregierung)

500 Wilm, Ernst

510 Evangelisches Hilfswerk

510 Nordrhein-Westfalen

510 1. Tagung der zweiten Synode der EKD in Espelkamp

Publikationen

Eigene Publikationen

692 Walter Stich (Hg.), Espelkamp. 40 Jahre Geschichte einer Stadt, Espelkamp 1988.

Archivbestände

670 Stadtarchiv der Stadt Espelkamp

Veröffentlichungen über die Institution

730 Hannelore Oberpenning, "Arbeit, Wohnung und eine neue Heimat …". Espelkamp - Geschichte einer Idee, Essen 2001.

730 Felix Teuchert / Philipp Stoltz: Integration durch Architektur? Überlegungen und Beobachtungen zum Zusammenhang von Vertriebenenintegration und Kirchbau in der Nachkriegszeit, in: Mitteilungen zur Kirchlichen Zeitgeschichte 9 (2015), 41–66.