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  • Evangelisches Hilfswerk
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260 Ziel, Interesse oder Aufgabe

Das Hilfswerk der evangelischen Kirche geht auf die Initiative des Theologen und späteren Politikers Eugen Gerstenmaier zurück. Bereits in den Jahren 1942/1943 entwickelte Gerstenmaier gemeinsam mit Schönfeld, Hans, Wartenburgr, Peter Graf Yorck von und dem Gefängnispfarrer Poelchau, Harald Pläne für die Gründung eines Selbsthilfswerks der evangelischen Kirche in Deutschland, das nach dem Kriegsende in Aktion treten sollte. Von Anfang an standen die Initiatoren des Hilfswerks in enger Verbindung mit der Ökumene. In Abgrenzung zur Inneren Mission, die in freien Verbänden organisiert war, wurden neue organisatorische Strukturen geschaffen, die sich hierarchisch-zentralistisch am vorhandenen Organisationsrahmen der evangelischen Kirchengemeinden, Landeskirchen und der sich gerade konstituierenden EKD ausrichteten und die personellen und organisatorischen Strukturen bereitstellten. Gerstenmaier propagierte dabei ein "Diakonat der Kirche", das schließlich auch Eingang in die Grundordnung der EKD fand. Besonderer Schwerpunkt war die Vertriebenenarbeit. Die Hilfskomitees waren in den ersten Jahren dem Hilfswerk zugeordnet. Ursprünglich sprach Gerstenmaier dem Hilfswerk auch einen starken sozialpolitischen Gestaltungsanspruch zu, der aber nicht realisiert werden konnte, auch wegen der sich formierenden Interessenorgansationen der Vertriebenen (vgl. vor allem seinen programmatischen Aufsatz "Wichern II").

Auf der Kirchenführerkonferenz im August 1945 wurde die Gründung des Hilfswerks der evangelischen Kirche in Deutschland beschlossen. Seine endgültige Gestalt erhielt es mit dem Hilfswerkgesetz der EKD von 1951, wobei die Zuständigkeit der EKD-Gliedkirchen stärker hervorgehoben wurde. Den letzten Institutionalisierungsschritt stellte die Zusammenlegung von Hilfswerk und Innerer Mission dar. Die „explizite Absage an den Vereinscharakter“ der konkurrierenden Inneren Mission sowie die Anbindung an kirchliche Strukturen stelle, so die These der beiden Sozialethiker Traugott Jähnichen und Nobert Friedrich, einen wichtigen Schritt zur späteren Verkirchlichung der Diakonie und damit zur Neuorganisation der Diakonie nach 1945 dar. Zentral für das Selbstverständnis war die Selbsthilfekonzeption. Demnach sollte Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden. Ziel war der Aufbau einer selbständigen wirtschaftlichen Existenz, weshalb das Hilfswerk auch den Aufbau von Gewerbebetrieben unterstützte. Daneben sind praktische Aufgaben zu nennen, wie Spendenverteilung, Familienzusammenführung oder der Aufbau eines Suchdienstes. (Text: Felix Teuchert)

4208 Geschichtliche Stationen und Daten

Netzwerk

500 Wurm, Theophil (Präsident, Wiederaufbau-Ausschuss, Vorsitzender des Exekutivkomitees)

500 Gerstenmaier, Eugen (Leiter)

500 Scheuner, Ulrich (Mitarbeiter im Beirat des Hilfswerk und in der Assenheimer Außenstelle des Hilfswerks der EKD)

500 Ohl, Otto (Vertreter des CAfIM)

500 Wartenburg, Paul Graf York von (Geschäftsstelle Baden-Baden)

500 Gerber, Hans (Leiter Außenstelle Assenheim)

500 Schreiner, Helmuth (Verfasser, Gründungsaufruf)


510 EKD - Evangelische Kirche in Deutschland

510 Ökumenischer Rat der Kirchen (Beziehungen zur inernationalen Ökumene)

510 Central-Ausschuß der Inneren Mission für die deutsche evangelische Kirche ("Konkurrent", 1957 Fusion)

510 Evangelisches Verlagswerk (maßgebliche Beteiligung)

510 Christ und Welt (Von Gerstenmaier initiiert)

510 Veredlungswirtschaft GmbH, Stuttgart (maßgebliche Beteiligung)

510 Konferenz der Evangelischen Kirchenführer (1945 : Treysa)

510 Assenheimer Außenstelle (Wissenschaftliche Beratungsstelle)

510 Sozialwerk GmbH Berlin

510 Gemeinnützige Studiengesellschaft für Siedlungen im Ausland mbH in Frankfurt

510 Aufbaugemeinschaft Espelkamp (Maßgebliche Beteiligung des Hilfswerks)

510 Gemeinnützige GmbH Industriesiedlung Boostedt, Schleswig-Holstein

510 Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft des Hilfswerks der EKD (Maßgebliche Beteiligung des Hilfswerks)

510 Stuttgart Maschinensetzerei GmbH

(zu den zum Hilfswerk zugehörigen Firmen vgl.: Daniela Gniss, Der Politiker Eugen Gerstenmaier, 1906-1986: eine Biographie (Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien), S.191, Anm.10.)

Mitarbeiter im Zentralbüro Stuttgart

510 EKD - Evangelische Kirche in Deutschland (Übergeordnete Institution)

500 Berg, Christian (Generalsekretär  1947-1950, kommissarisch 1956-1957)

500 Krimm, Herbert (Mitarbeiter seit Mai 1946, Leiter Zentralbüro 1951-1956)

500 Poelchau, Harald (1. Generalsekretär 1945-1946)

500 Collmer, Paul (Abteilungsleiter)

500 Federer, Georg (Abteilungsleiter)

500 Foerster, Heinrich (Abteilungsleiter)

500 Gersdorf, Wolf von (Abteilungsleiter)

500 Lukowicz, Joachim von (Abteilungsleiter)

500 Preuß, Siegfried (Abteilungsleiter)

500 Krimm, Herbert (Abteilungsleiter)

500 Röntsch, Herbert (Abteilungsleiter)

500 Döring, Franz (Referent)

500 Gerstenmaier, Walter (Referent)

500  Hase, Hans-Christoph von (Referent)

500 Heintze, Heinz-Adolf von (Referent)

500 Lohrmann, Eberhard (Referent)

500 Maurer, Hermann (Referent)

500 Mehnert, Klaus (Referent)

500 Nostiz, Gottfried von (Referent)

500 Pilgram, Heinz-Dietrich (Referent)

500 Redenz, Theodor (Referent)

500 Reitzenstein, Hellmut (Referent)

500 Schönberg, Heinrich von (Referent)

500 Urbig, Elisabeth (Referent)

500 Wagner,  Hans (Referent)

500 Weiß, Martin (Referent)

500 Boehm, Max Hildebert (Kurzzeitig im Hilfswerk beschäftigt)

Mitarbeiter im Zentralbüro Ost

500 Tillmanns, Robert (Leiter)

500 Berg, Christian

500 Lukowicz, Joachim von

Mitarbeiter im Zentralbüro West

500 Pawlowski Karl (Leiter)

Publikationen

Eigene Publikationen

692 Der Weg (Zeitschrift)

692 Berg, Christian: Kirche für die Welt. Auftrag und Gestalt des Hilfswerks der EKiD, Stuttgart 1947.

692 Krimm, Herbert Hugo: Das diakonische Amt der Kirche, Stuttgart 1953 (2.Auflage 1965).

692 Gerstenmaier, Eugen: Was heißt Wichern II?, in: Krimm, Herbert Hugo: Das diakonische Amt der Kirche, Stuttgart 1965 (2.Auflage), S. 467-518.

Archivbestände

670 Diakonisches Archiv Berlin http://www.diakonie.de/archiv-und-bibliothek-9272.html

Veröffentlichungen über die Institution