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  • Freiburger Bonhoeffer-Kreis
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260 Ziel, Interesse oder Aufgabe

Während der nationalsozialistischen Diktatur gab es mitunter intellektuelle Kreise aus dem bürgerlich-konservativen Milieu, in denen sowohl Pläne für einen möglichen Widerstand gegen das Regime, aber auch Entwürfe für den Aufbau einer Staatsform nach dem erwarteteten Ende der Diktatur diskutiert wurden. Zu diesen Kreisen zählen auch die sogenannten Freiburger Kreise, die einem protestantisch-bürgerlichen akademischen Milieu zugeordnet werden können.

Christine Blumenberg-Lampe unterscheidet drei Widerstands-Kreise, die in Freiburg gegründet wurden und in ihrer Ausrichtung und bezüglich ihrer Personen Überschneidungen aufweisen. So ist 1. das Freiburger Konzil zu nennen, dem nach Blumenberg-Lampe, der Tochter von Adolf Lampe, folgende Personen angehörten, die sich aus Anlass der Reichspogromnacht zusammenfanden: Constantin von Dietze (1891-1973), Walter Eucken (1891-1950), Adolf Lampe (1897-1948) und Gerhard Ritter (1888-1967). Ihre Schrift „Kirche und Welt. Eine notwendige Besinnung auf die Aufgaben des Christen und der Kirche in unserer Zeit.“ (1940/41) übergaben sie der Vorläufigen Kirchenleitung der Evangelischen Kirche (VKL).

Diese wiederum gab dem Konzilskreis den Auftrag, ein außen-und innenpolitisches Konzept zur Sicherung des Weltfriedens zu entwerfen. Den Kreis der Verfasser dieser Denkschrift nennt Blumenberg-Lampe den Freiburger Bonhoeffer-Kreis. Das Ergebnis war die Programmschrift „Politische Gemeinschaftsordnung. Ein Versuch zur Selbstbesinnung des christlichen Gewissens in den politischen Nöten unserer Zeit“, die nach den Erinnerungen Helmuth Thielickes bereits erste Ansätze zur Idee der Gründung der Evangelischen Akademien enthielt (vgl. Thielicke, Zu Gast, S.7). Dietrich Bonhoeffer war damit beauftragt worden, geeignete Personen für die Zusammenarbeit zu finden. Sein eigener Anteil der Beteiligung an der sogenannten Freiburger Denkschrift ist jedoch nicht bekannt. Traugott Roser hat deswegen vorgeschlagen, diesen Kreis genauer als den „Freiburger Denkschriften-Kreis“ zu bezeichnen: Dieser Name halte die Verbindung zur Bekennenden Kirche, ohne die Rolle Bonhoeffers dabei überzubewerten (vgl. Roser, Franz Böhm, S. 68)

Als dritten Freiburger Kreis bezeichnet Blumenberg-Lampe schließlich die „Arbeitsgemeinschaft Erwin von Beckerath“.

4208 Geschichtliche Stationen und Daten

  • 09.10.1942: Aufenthalt Bonhoeffers in Freiburg zu ersten Gesprächen
  • 17.-19.11.1942: Geheimtreffen des Kreises in Freiburg; Diskussion eines ersten Entwurfs der Denkschrift. Die Redaktion übernahm Gerhard Ritter.
  • Januar 1943: Abschluss der Arbeiten an der Denkschrift

Netzwerk

500 Helmut Thielicke

500 Gerhard Ritter

500 Dietrich Bonhoeffer

500 Carl Goerdeler

500 Constantin von Dietze

500 Walter Eucken

500 Adolf Lampe

500 Otto Dibelius

500 Walter Bauer

500 Friedrich Delekat

500 Julius Perels

500 Hans Asmussen

500 Hans Böhm

500 Erik Wolf

Publikationen

Eigene Publikationen

692 Thielicke, Helmut: In der Stunde Null. Die Denkschrift des Freiburger "Bonhoeffer-Kreises". Politische Gemeinschaftsordnung. Ein Versuch zur Selbstbesinnung des christlichen Gewissens in den politischen Nöten unserer Zeit, Tübingen 1979.

Veröffentlichungen über die Institution

730  Roser, Traugott: Protestantismus und soziale Marktwirtschaft. Eine Studie am Beispiel Franz Böhms 1998.

730 Blumenberg-Lampe, Christine: Das wirtschaftspolitische Programm der "Freiburger Kreise". Entwurf einer freiheitlich-sozialen Nachkriegswirtschaft (Volkswirtschaftliche Schriften (Duncker & Humblot) Heft 208), Berlin 1973

730 Goldschmidt, Nils: Die Entstehung der Freiburger Kreise, in: Historisch-Politische Mitteilungen 4 (1997), S. 1–18.

730 Thielicke, Helmut: Zu Gast auf einem schönen Stern. Erinnerungen, Hamburg 1984.

 

100 Name: Freiburger Bonhoeffer-Kreis

410 Alternativ: Freiburger Denkschschriften Kreis

006 DNB-Link:

Eingehende Verknüpfungen

Ritter, Gerhard
Wolf, Erik

 

 

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