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  • Furche-Verlag
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260 Ziel, Interesse oder Aufgabe

Der Furche-Verlag diente in der Nachkriegszeit als publizistischer Knotenpunkt für das Netzwerk der ehemaligen DCSVler Eberhard Müller, Hanns Lilje und Reinold von Thadden und wurde in den 1950er Jahren zu einem der renommiertesten evangelischen Verlage in Deutschland. Zu den Autoren des Verlages gehörte so z.B. auch Helmut Thielicke.

4208 Geschichtliche Stationen und Daten

  • 1910 Erstmaliges Erscheinen der Zeitschrift "Die Furche. Evangelische Monatsschrift für das geistige Leben der Gegenwart" im Berliner Verlag Martin Warneck als Organ der Deutschen Christlichen Studentenvereinigung (DCSV)
  • 1914 Zeitschrift "Die Furche" erscheint im Selbstverlag der DCSV
  • 18.08.1916: Verlagsgründung des Furche-Verlags
  • 1921 Das Einkehrhaus "Hospiz zur Furche" (heute: An den Rehwiesen 25, Bad Saarow) wurde der DCSV "vom früheren Reichskanzler und Ehrenvorsitzenden der Deutschen Christlichen Studentenvereinigung (DCSV) [Michaelis, Georg] erbaut und der DCSV geschenkt" (http://www.bundes-esg.de/geschichte/furche.html); Michaelis hatte bereits in den 1910er Jahren ein Schulungszentrum in Bad Saarow errichten lassen 
  • 1924 Die Zeitschrift "Die Furche" stellt aus wirtschaftlichen Gründen ihr Erscheinen ein und erscheint 1928 wieder in neuer Gestalt und unter der Schriftleitung von Otto Schmitz. Sie wurde später zum Organ des Reichsausschusses der Evangelischen Wochen erklärt
  • 04.1936 Verbot des Verlags durch die Reichskulturkammer aufgrund seiner Rechtsform als anonymer Personengesellschaft. Es erfolgte die Umbildung von der GmbH zur Kommanditgesellschaft (KG) mit Rennebach als persönlich haftendem Gesellschafter. Neuer Name: Furche-Verlag H. Rennebach KG
  • 1938 Verbot der Arbeit des Verlags 
  • 1944 Schließung des Verlags
  • 1945 Zerstörung der Verlagsräume durch Bombenangriffe
  • 15.07.1945 Durch das Entgegenkommen der französischen Militärregierung konnte in Tübingen unter der Firma "Furche-Verlag Dr.Katzmann KG" ein neuer Verlag gegründet werden, dies geschah wohl auf Veranlassung Theophil Wurms. (Verlagslizenz Nr.4)
  • Neue Gesellschafter wurden: Katzmann, von Thadden, Lilje, Müller, Bischof D. Samuel Bauder (Herrnhut), Franz Irmer, Rennebach (vgl. Hans Widmann, Tübingen als Verlagsstadt (Contubernium Bd. 1), Tübingen 1971, 195). Es folgten ein Aufschwung des Verlags und ein erfolgreiches Verlagsgeschäft.
  • 1950 Aufspaltung des Verlags aufgrund inhaltlicher Auseinandersetzungen. Es kommt zur Neugründung eines Verlagshauses durch Rennebachs und Wittigs in Hamburg, das die meisten Autoren des Verlags übernahm, während Katzmann den Namen der Firma in Katzmann Verlag KG änderte.Die neugegründete Zeitschrift "Die Neue Furche" erscheint ab 1950 im Eigenverlag in Stuttgart.
  • 1951 engagierten sich Müller und von Thadden für den Verlag, indem sie bei der EKD eine Bürgschaft beantragten (vgl. Schreiben Eberhard Müllers an den Rat der EKD vom 10.07.1951, 24D7 in Protokolle des Rates der EKD 1951), Müller betonte dabei das gesamtkirchliche Interesse am Furche-Verlag, er beantragte ein Darlehen von 60000 DM für fünf Jahre.
  • 1961 Der Hamburger Furche-Verlag geht in die Sonntagsblatt GmbH ein
  • 1976 Der Verlag stellt seine Tätigkeit ein.

Netzwerk

500 Rennbach, Heinrich (Leiter)

500 Hanns Lilje (Gesellschafter ab 1945)

500 Eberhard Müller (Gesellschafter ab 1945)

500 Eberhard Arnold (literarischer Leiter des Furche-Verlags von 1915 bis 1920)

500 Reinold von Thadden (Gesellschafter ab 1945)

500 Ewald Katzmann (Gesellschafter ab 1945)

500 Friedrich Wittig (Verleger, Neuer Leiter des Verlags in Hamburg ab 1950)

500 Wurm, Theophil (vermutlicher Initiator der Wiederaufnahme nach dem Zweiten Weltkrieg)

510 Deutsche Christliche Studentenvereinigung (DCSV)

510 Die Furche (Zeitschrift der DCSV, erschien im Furche-Verlag 1910 -1938), fortgesetzt 1950 mit der Neuen Furche

 

Publikationen

Veröffentlichungen über die Institution

 730  Zur Nieden, Astrid: Der Furche-Verlag in den Jahren 1933-1945. Aus der Geschichte eines christlichen Verlagshauses im Dritten Reich, Hamburg 1983.

 730 Widmann, Hans: Tübingen als Verlagsstadt (Contubernium Bd. 1), Tübingen 1971.

 730 Almanach auf das fünfzigste Jahr des Furche-Verlags, erschienen im Furche-Verlag.