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4221 Biographie

 

  • 04.12.1908 geboren in Barmen als Sohn eines Schulrektors
  • 02.1929 Operation an einer Schilddrüsenschwellung mit anschließendem schweren Leidensweg, der ihn bis 1933 an einen Rollstuhl band
  • 1934 Promotion zum Dr. theol. aufgrund einer Arbeit über Geschichte und Existenz. Grundlegung einer evangelischen Geschichtstheologie bei Paul Althaus
  • 1935 Zweites Theologisches Examen und Leiter des Theologischen Studienhauses in Erlangen
  • 1936 Habilitation, Dozent für Systematische Theologie an der Universität Erlangen, dann Vorlesungsvertretung an der Universität Heidelberg
  • 1937 Heirat mit Marie-Luise Herrmann
  • 1940 Absetzung und Schreib-, Rede- und Reiseverbot aufgrund regimekritischer Reden und Aufsätze; kurzer Militärdienst in Evreux
  • 1941 Berufung in ein Gemeindepfarramt in Ravensburg auf Betreiben Theophil Wurms
  • 06.1944 Luftangriff auf Stuttgart und Zerstörung des Stuttgarter Pfarrhauses. Thielicke kommt daraufhin auf Initiative der Familie Simpfendörfer in dem von den Herrnhutern geprägten Dorf Korntal unter.
  • 01.08.1945 Berufung auf einen Lehrstuhl für Systematische Theologie an der Universität Tübingen, Zusammenarbeit mit Eberhard Müller an der Gründung der Evangelischen Akademie Bad Boll
  • 08.11.1945 Öffentliche Kritik an den Entnazifizierungsverfahren und der These von der Kollektivschuld des deutschen Volkes im Vortrag "Die geistige und religiöse Krise des Abendlandes" (im Nachgang eines von Karl Barth am 3.11. in Tübingen gehaltenen Vortrags); als Reaktion darauf: bis Januar 1946 dauerndes Vorlesungsverbot durch die französische Besatzungsregierung, die Aufhebung des Verbots wurde besonders von Carlo Schmid vorangetrieben.
  • 1951 Erscheinen des ersten Bandes der Theologischen Ethik; Wahl zum Rektor der Universität Tübingen (15.02.1951)
  • 01.10.1954 Beginn der Lehrtätigkeit als Ordinarius für Systematische Theologie, sowie Gründungsdekan der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Hamburg, von da an auch regelmäßiger Prediger in der Hauptkirche St. Michaelis
  • Frühjahr 1956 Gastprofessur an der Drew University in Madison (New Jersey) und USA-Reise
  • 1957 Vortrag über das ethische Problem der Atomwaffen auf Drängen Konrad Adenauers nach einem persönlichen Gespräch mit dem Bundeskanzler
  • 1958 Freisemester und Ostasienreise mit den Stationen (u.a.) Penang (Malaysia), Hongkong, Shanghai, Hsingkang, Tokio und Kyoto, auf der Thielicke u.a. den Zen-Buddhismus kennen lernt
  • 1959 Südafrikareise
  • 1960 Gastvorlesungen in Thessaloniki
  • 1960 Wahl zum Rektor der Universität Hamburg
  • 17.06.1962 Ansprache zum 17. Juni im Deutschen Bundestag auf Einladung des Bundesinnenministeriums
  • 1962 Gastprofessur an der Divinity School der University of Chicago und USA-Reise mit den Stationen (u.a.) Los Angeles, San Francisco, Princeton Theological SeminaryHarvard University, zusammen mit Darrell Guder als Assistent
  • 1965 Süd- und Mittelamerikareise mit den Stationen (u.a.) Rio de Janeiro, São Paulo, Porto Alegre, São Leopoldo, Buenos Aires, Santiago, Lima und Mexico City mit Vorlesungen, Vorträgen und Einladungen in Universitäten, Seminaren und Kirchen
  • 09.09.1967 erster Kontakt mit den von Thielicke als zutiefst verstörend wahrgenommenen Studentenunruhen bei einem Festakt im Auditorium Maximum der Universität Hamburg; nach Anfeindungen gegen seinen Kollegen Hans Wenke nimmt Thielicke mit einem Aufruf und einem Vorlesungsstreik Wenke demonstrativ in Schutz ("Armes Deutschland"); seitdem ist Thielicke Hauptziel studentischer Kritik
  • 13.01.1968 Störung des Gottesdienstes in St. Michaelis mit anschließendem starken Medienecho und Konflikt Thielickes mit der Hamburger Kirchenleitung
  • 1968 Gründung der "Projektgruppe Glaubensinformation", aus der auflagenstarke, laiendogmatische Bücher entstanden sind
  • 1969 Ende der regelmäßigen Gottesdienste in St. Michaelis
  • 02.1975 Emeritierung
  • 1979 Vortrags- und Vorlesungsreisen in Neuseeland (Auckland und Dunedin) und Australien (Brisbane, Sydney, Melbourne, Adelaide, Perth)
  • 05.03.1986 gestorben in Hamburg

Netzwerk

Individuelle Akteure

500 Althaus, Paul (Doktorand)

500 Asmussen, Hans

500 Barth, Karl (akademischer Schüler)

500 Bauernfeind, Otto (akademischer Schüler in Greifswald, Kollege in Tübingen)

500 Bornkamm, Günther (Freund)

500 Campenhausen, Hans von (Freund)

500 Dehn, Günther (Vorgänger Pfarramtsstelle in Ravensburg)

500 Delekat, Friedrich (Freiburger Kreise)

500 Diem, Hermann (theologischer Gegner)

500 Ebeling, Gerhard (Kollege in Tübingen)

500 Elert, Werner (Gegner bzgl. des Ansbacher Ratschlags)

500 Eschenburg, Theodor (Mitglied des informellen "Mittwochsclub" in Tübingen)

500 Guardini, Romano (Kollege in Tübingen)

500 Hartenstein, Karl (Kollege an der Stuttgarter Stiftskirche 1942 – 1944)

500 Hermann, Rudolf (akademischer Schüler)

500 Heuss, Theodor (persönlicher und brieflicher Kontakt)

500 Iwand, Hans Joachim (Mentee, Freund)

500 Jaspers, Karl (Kollege in Heidelberg)

500 Köberle, Adolf (Kollege und Freund in Tübingen)

500 Loewenich, Walther von  (Schwager)

500 Melzer, Friso

500 Müller, Eberhard (Zusammenarbeit bei der Gründung der Evangelischen Akademie Bad Boll)

500 Ritter, Gerhard (Freiburger Kreise)

500 Rosenkranz, Gerhard (Kollege, erst in Heidelberg, dann in Tübingen)

500 Rückert, Hanns (akademischer Kollege und Freund in Tübingen)

500 Schadewaldt, Wolfgang (Freund)

500 Schelsky, Helmut (Freund)

500 Schlink, Edmund

500 Schniewind, Julius (akademischer Schüler)

500 Simpfendörfer, Wilhelm (Familie Simpfendörfer verhalt Thielicke zu einer neuen Bleibe, nach der Zerstörung des Pfarrhauses in Stuttgart 1944)

500 Speidel, Hans (General, später Oberbefehlshaber der NATO-Streifkräfte Europa-Mitte, Mitglied des informellen "Mittwochclubs" in Tübingen)

500 Wurm, Theophil (Württembergische Landeskirche)

Überindividuelle Akteure

510 Evangelischer Arbeitskreis der CDU und CSU (EAK) (mehrmals Referent auf den Tagungen)

510 Freiburger Kreise

510 Freiburger Denkschrift (Mitverfasser)

510 Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialpolitik (Vorsitzender)

510 Kronberger Kreis (Gründungsversammlung/Teilnahme)

510 Projektgruppe Glaubensinformation (Gründer) 

510 Studentische Verbindung Sedinia (Mitglied)

510 Thyssen-Stiftung (Wissenschaftlicher Beirat)

510 Universität Bonn (Student)

510 Universität Erlangen (Student, später Dozent)

510 Universität Greifswald (Student)

510 Universität Hamburg (Professor, zeitweise Rektor)

510 Universität Heidelberg (Lehrstuhlvertreter)

510 Universität Marburg (Student)

510 Universität Tübingen (Professor, zeitweise Rektor)

510 ZEE (Initiator)

Literatur

Eigene Publikationen

692 Bibliographie 1932 – 1968, in: Lohse, Bernhard/ Schmidt, Kurt Dietrich (Hg.): Leben angesichts des Todes. Festschrift Helmut Thielicke zum 60. Geburtstag, Tübingen 1968, 307 – 325.

692 Thielicke, Helmut: Zu Gast auf einem schönen Stern. Erinnerungen, Hamburg 1984.

692 Thielicke, Helmut: Theologische Ethik. 4 Teilbde., I (1951), II/1 (1955), II/2 (1958), III (1964), Tübingen 1951 – 1964 (4.-5. Aufl. 1981 – 1987).

692 Thielicke, Helmut: Der evangelische Glaube. 3 Bde., I (1968), II (1973), III (1978), Tübingen 1968 – 1978.

Veröffentlichungen über die Person

730 Mohaupt, Lutz: Art. Thielicke, Helmut, in: TRE 33 (2002), 421 – 425.

730 Krondorfer, Björn: Protestantische Theologenautobiographien und Vergangenheitsbewältigung. Helmut Thielicke als Beispiel für einen nachkriegsdeutschen Leidensdiskurs, in: Scherzberg, Lucia (Hg.), Vergangenheitsbewältigung im französischen Katholizismus und deutschen Protestantismus, Paderborn 2008, 202 – 222.

730 Hering, Rainer: Thielicke, Helmut Friedrich Wilhelm, in: Hamburgische Biographie. Personenlexikon, hg. von Franklin Kopitzsch und Dirk Brietzge, Band 2, Hamburg 2009, 417 – 418.

730 Dejung, Karl-Heinz: Hans-Gerhard Klatt, Werner Simpfendörfer: Leben als Lernreise - ein Porträt (Online-Texte der Evangelischen Akademie Bad Boll) 2007.

 

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