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Das primäre Ziel von TextGrid ist, GeisteswissenschaftlerInnen eine virtuelle Forschungsumgebung (VFU, englisch: VRE für Virtual Research Environment) zur Verfügung zu stellen, in der verschiedene Werkzeuge und Dienste für die Erstellung, Analyse, Bearbeitung und Veröffentlichung von Texten und Bildern verfügbar sind. Sie besteht aus zwei Hauptkomponenten: dem TextGrid Laboratory (TextGridLab) und dem TextGrid Repository (TextGridRep). Die Werkzeuge und Dienste des TextGrid Laboratory sind darauf ausgelegt, den Bedürfnissen textbasierter geisteswissenschaftlicher Disziplinen wie Philologie, Linguistik, Musikwissenschaften und Kunstgeschichte gerecht zu werden. TextGrid unterstützt durch die Integration des TextGrid Repository, in dem Forschungsdaten vorgehalten und zugänglich gemacht werden, zudem die Speicherung und Nachnutzung von Forschungsdaten. Die Architektur von TextGrid ist erweiterbar, was bedeutet, dass zusätzliche Werkzeuge und Dienste einfach hinzugefügt und erweitert werden können.

Das TextGrid unterliegende Konzept ist ziemlich einfach: GeisteswissenschaftlerInnen sind nicht mehr auf die Einschränkungen ihres individuellen Arbeitsbereichs beschränkt, sondern können mit der Sicherheit, dass ihre Daten in einer sicheren und zuverlässigen Umgebung entsprechende der Richtlinien für gute wissenschaftliche Praxis gespeichert werden, ortsunabhängig kollaborativ an Projekten mit anderen ForscherInnen zusammenarbeiten. Das TextGridLab ist eine quelloffene Software (Open Source), die von einem beliebigen Computer gestartet werden kann und integrierten Zugriff auf spezialisierte Werkzeuge, Dienste und Inhalte bietet. Es bietet eine Auswahl von Werkzeugen, Diensten und Ressourcen, die den kompletten Arbeitsablauf unterstützen, um beispielsweise eine textkritische Edition digital zu erstellen. Zusätzlich zu den existierenden Werkzeugen und Diensten, die bereits im TextGridLab verfügbar sind, können externe Funktionen in Form von zusätzlichen Werkzeugen und Diensten hinzugefügt werden. Das TextGrid Repository ist ein Archiv, das die Langzeitspeicherung und Nachnutzung von Forschungsdaten ermöglicht. Sobald Dokumente im TextGridRep abgespeichert sind, können sie nicht mehr gelöscht oder verändert werden. Updates und neue Revisionen können veröffentlicht werden, die Original-Dokumente bleiben jedoch als frühere Revisionen erhalten, um der guten wissenschaftlichen Praxis zu dienen. Jedes Objekt, das im Repository veröffentlicht wird, bekommt einen persistenten Identifikator (Persistent IDentifier – PID), einen einzigartigen Code, der aus einer Folge von Zahlen und Buchstaben besteht und Zitierbarkeit garantiert.

Alles in allem richtet sich TextGrid an drei hauptsächliche Nutzergruppen: Geisteswissenschaftliche ForscherInnen, die an Forschungsprojekten und digitalen Editionen arbeiten, Software-Entwickler, die neue Dienste und Werkzeuge entwickeln und implementieren und für ihre Entwicklungen eine integrierte quelloffene Plattform finden möchten, und Inhaltsanbieter wie Archive und Forschungsinstitutionen, die ihre Daten in TextGrid integrieren möchten, um sie einem breiteren Publikum zur Verfügung zu stellen.

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