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3.4 Geschichtswissenschaft

Wie in der Geschichtswissenschaft gibt es auch in den Fächern Judaistik/Jüdische Studien sowie der Hebraistik keine fachspezifischen Metadatenstandards. Doch können Judaistik und Jüdische Studien als interdisziplinär angelegte Fächer, die sich sowohl philologischen als auch historischen Forschungsfragen widmen, allgemeingültige Metadatenstandards verwenden.

XML und rechtsläufige Sprachen (hebräisch, arabisch) harmonieren in den gängigen XML-Editoren, wenn überhaupt, nicht optimal. Links/rechts orientiertes XML-Tagset fragmentiert rechtsläufigen Text und führt dazu, dass eine Datei zwar maschinenlesbar ist, der kodierte Text sich aber dem menschlichen Leser kaum mehr erschließt.

Solange dieses Problem nicht grundsätzlich gelöst ist, wird die Akzeptanz von TEI und/oder XML in Hebraistik und Arabistik gering sein. Gleiches gilt auch für geschichtswissenschaftliche frühneuzeitliche Editionen – so z.B. bei vielfältigen Akademieprojekten –, in denen im zu edierenden Text auch hebräische Begriffe zu finden sind, wie z.B. bei Controversia et Confessio, wenngleich die rechts/links-XML-Problematik bei solchen Projekten eher eine untergeordnete Problematik darstellt. Darüberhinaus unterstützen gängige DH-Tools  etwa XML-Editoren (mit Ausnahme des Oxygen XML Editors der Firma SyncRo)1, Juxta, CollateX und Voyant  right to left Languages gar nicht oder ungenügend. Diese Problematik soll folgendes Codebeispiel verdeutlichen:

<text>
   <body>
      <p>בראשית ברא אלהים את השמים ואת הארץ</p>
      <p><w n="first word of the hebrew bible"><note n="first letter">ב</note>
      ראשית</w>
      ברא אלהים את השמים ואת הארץ</p>
   </body>
</text>

left-to-right orientiertes xml-Tagset

Codiert ist in dem Beispiel zweimal der erste Satz der hebräischen Bibel Gen 1,1: Im ersten Absatz <p>...</p> stört lediglich, dass der hebräische Satz hinter dem schließenden </p> beginnt und vor dem eröffnenden <p> endet.

Unübersichtlich wird es im zweiten Paragraph, in dem das erste Wort und darin der erste Buchstabe ausgezeichnet wurden - hier wird der Lesefluss völlig zerstört. Wie gesagt, das XML ist valide, der Text noch maschinenlesbar, einem menschlichen Leser jedoch wird hier ein hohes Mass an Konzentration abverlangt.


Etwas besser ist es in der folgenden Darstellung, die das Team der Oxygen-Entwickler für die rtl-community ermöglicht hat ("change-text-orientation"). Nun ist zwar der Text gut zu verfolgen, aber die Tags und deren Attribute kaum mehr.

<text>
   <body>
      <p/>בראשית ברא אלהים את השמים ואת הארץ<p>
      <w/>ראשית<note/>ב<p><w n="first word of the hebrew bible"><note n="first letter">
      <p/>ברא אלהים את השמים ואת הארץ                                                            
   <body/>
<text/>

Right-to-left orientiertes xml-Tagset


Hinweis: Seit der Oxygen-XML-Editor Version 15.1. (2013) ist es erstmals möglich, in RTL-Sprachen Tags und getaggten Text gleichermaßen darzustellen. 


3.6 Geisteswissenschaftliche Hilfswissenschaften


1 Nur der XML-Editor Oxygen http://www.oxygenxml.com unterstützt seit Version 15.1 (Ende 2013) Right-to-Left languages. 

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