Page tree
Skip to end of metadata
Go to start of metadata

4. Beschreibung disziplinübergreifender Objekte

Um die Interoperabilität von Forschungsdaten diskutieren zu können, für die die Standardisierung Voraussetzung ist, soll im folgenden auf einzelne disziplinübergreifende Objekte eingegangen werden, die in den meisten Geisteswissenschaften gleichermaßen anzutreffen sind und die bereits in unterschiedlichen Forschungskontexten verwendet werden. Sie definieren eine gemeinsame Schnittmenge aller Geisteswissenschaften und damit auch Teilbereiche, in denen gemeinsame Forschungsinteressen disziplinübergreifend entstehen können. Zentrale Fragen sind dabei folgende: Wie verwenden die unterschiedlichen geisteswissenschaftlichen Disziplinen Konzepte zur Datierung, Ortsbeschreibung, Objektbeschreibung oder Informationen zu Personen und Institutionen? Welche interdisziplinäre Überschneidungen lassen sich erkennen?

Ein- und dieselbe Quelle bzw. die gleiche Forschungsdatensammlung kann aus der Perspektive der einzelnen geisteswissenschaftlichen Fachdisziplinen unterschiedlich beschrieben werden. Dies kann etwa zu einer unterschiedlichen Anwendung identischer Metadatenschemata führen. Das nachfolgende Beispiel soll deshalb verdeutlichen, dass die inhaltliche Erfassung von Quellen und Forschungsdaten sowohl von der jeweiligen Forschungsfrage als auch von der jeweiligen Forschungsperspektive der geisteswissenschaftlich Forschenden abhängig ist und daher oftmals nicht einheitlich erfolgen kann. Zudem ist eine starke Abhängigkeit zwischen dem individuellen Forschungskontext und der Erfassung der Forschungsdaten erkennbar, da der Fokus des Bearbeiters nicht per se auf der Erschließung des Datenmaterials liegt, sondern die Datenmaterialerschließung nur einen einzelnen Schritt der Analyse darstellt. Dieses Beispiel illustriert, dass die Vergabe von Metadaten immer im Kontext eines wissenschaftlichen Forschungs-Workflows zu sehen ist.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die unterschiedliche Schwerpunktsetzung verschiedener Disziplinen  hier Geschichtswissenschaft/Kirchengeschichte und Judaistik  in Bezug auf das gleiche zu erfassende Ausgangsmaterial. Die differierenden Forschungsinteressen und -thematiken können sich auch in der Beschreibung disziplinübergreifender Objekte widerspiegeln; dies wird in den folgenden Unterabschnitten  weiter ausgeführt.

AusgangsmaterialThemen und Forschungsfragen der Geschichte/KirchengeschichteThemen und Forschungsfragen der Judaistik

Universal Kirchenzeitung

  1. Kirchenasyl, Ev. Gefängnisgesellschaften und Strafvollzug im 19. Jahrhundert.
  2. "Europa aus der Sicht von Außen" Die Wahrnehmung des christlichen Europagedankens aus Sicht von Mission, Missionaren und Missionierten.
  3. Kirchliches Publikationswesen zwischen Vormoderne und Moderne
  1. Jüdische Gelehrte im 18. Jh.
  2. Strömungen im europäischen Judentum des 18. Jhs.
  3. Missionierung der Juden im 19. Jh.

Fotografie 20. J.: Nationalsozialismus/ Antisemitismus/ Reichsprogromnacht 9. November 1938

 

  1. Die Reichsprogromnacht 1938 in Südewestdeutschland und die Enteignung der deutschen jüdischen Gemeinden.
  2. Verfolgung, Antisemitismus, Holocaust und Völkermord im Blick der Volksgemeinschaft, 1930 und 1945.
  3. Von Kodak zur Leica Fotografie, Fototechnik und Fotografen zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik
  1. Folgen der Reichsprogromnacht für Juden in Baden-Württemberg.
  2. Öffentliche Reaktion auf die öffentliche Verfolgung jüdischer Bürger.
  3. Rekonstruktion individueller jüdischer Schicksale.

Themen und Forschungsfragen von Geschichte/Theologie und Judaistik in Bezug auf dasselbe Forschungsobjekt

4.2 Datierung

  • No labels