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  • Handaufmaß
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Im Folgenden wird die Aufnahme eines Friedhofs mit den Mitteln des architektonischen Handaufmaßes der Genauigkeitsstufen 1 bis 2 erläutert. Hierbei sollen einfache Geräte verwendet werden, die mit geringen Kosten zu beschaffen sind. In einem Feldversuch wurden die folgenden Geräte verwendet:

  • Maßband (50m)
  • Schnüre (Maurerschnur oder Ähnliches)
  • Zeichenbrett (A3)
  • Bleistift
  • Zirkel mit ausreichender Spannweite (z.B. Stangenzirkel)
  • Maßstab
  • Geodreieck

Schritt 1: Überblick über das Untersuchungsobjekt schaffen

Zu Beginn einer Friedhofsaufnahme verschafft man sich zunächst einen Überblick über das Untersuchungsobjekt. Dazu erstellt man eine Schrittskizze, mit der die grundsätzlichen Abmessungen geklärt werden sollen, um die Anordnung der Zeichnung auf dem Blatt zu planen. Die Schrittskizze kann auch im folgenden Arbeitsprozess als Maßskizze dienen, um gemessene Maße an der richtigen Stelle zu notieren.

Für die Schrittskizze schreitet man die Außenkanten des Friedhofes ab und zählt die Schritte. Es ampfiehlt sich kleine Schritte von etwa einem halben Meter Länge zu wählen (Meterschritte sind sehr groß und von kleineren Personen nicht machbar). Die entsprechende Schrittzahl wird anschließend durch 2 geteilt und entspricht dann ungefähr den entsprechenden Abmessungen in Metern.

Mithilfe der Schrittskizze kann nun die Lage der definitiven Aufmaßzeichnung auf dem Blatt geplant werden, damit hinterher keine Ecke des Planes über die Blattbegrenzung hinausragt.

 

Schritt 2: Aufmaß der Gesamtanlage

Die wahre Form der Gesamtanlage, vor allem die wahren Winkel, können gemessen werden, wenn die Form in Dreiecke zerlegt wird. Denn Dreiecke sind kongruent, wenn alle drei Seiten bekannt sind. D.h. vom Friedhof müssen nicht nur die Seitenkanten, sondern auch mindestens eine Diagonale gemessen werden.

Auf dem Papier beginnt die Zeichnung mit der entsprechenden Diagonale, deren Länge direkt mit dem gewählten Maßstab angetragen wird. Ausgehend von der Diagonale werden die Längen der Seitenkanten des Friedhofs mit dem Zirkel angetragen. Die Schnittpunkte der Kreisbögen bilden die wahren Eckpunkte des Friedhofs. Auf diese Weise erhält man die Gesamtanlage in formtreuer, maßstäblicher Abbildung.

  

Schritt 3: Grabreihen einmessen

Ausgehend von der in Schritt 2 erstellten Gesamtform wird im Folgenden die Lage der Grabreihen eingemessen, die nicht notgedrungen parallel zueinander ausgerichtet sein müssen. Hierzu benutzt man Schnüre, die parallel zu den Grabreihen aufgespannt und bis zur Friedhofsbegrenzung verlängert werden.

Ausgehend von einer Ecke des Friedhofs wird das Maßband entlang einer der gemessenen Kanten des Friedhofs ausgerollt und die Durchstoßpunkte der Schnüre fortlaufend auf dem Maßband abgelesen. Gleichzeitig können mit dem Zeichenmaßstab die Punkte in der Zeichnung direkt abgetragen werden. Der Vorgang wird auf der gegenüberliegenden Seite (das andere Ende der Schnüre) entsprechend wiederholt. Die Punkte können dann verbunden werden und damit enthält man die Fluchten der Grabreihen.

 

Schritt 4: Grabmale der Grabreihen einmessen

Die im Schritt 3 gemessenen Fluchten der Grabreihen dienen als Ausgangspunkt für das Einmessen der Grabmale innerhalb der Grabreihen. Dazu wird das Maßband entlang der Schnüre ausgerollt und der Nullpunkt an einem Ende der Schnüre positioniert. Nun können die Mittelpunkte der Grabmale (oder auch beide Eckpunkte) fortlaufend abgelesen werden. Die Ergebnisse werden entlang der Grabreihenfluchten in der Zeichnung abgetragen. Der Vorgang wird für jede Schnur wiederholt.

 

Schritt 5: Einzelne Grabsteine einmessen

Einzelne Grabsteine, die nicht innerhalb von Grabreihen platziert sind, können zum Schluss ausgehend von bereits eingemessenen Grabsteinen innerhalb der Grabreihen eingemessen werden. Hierzu werden die Eckpunkte des betreffenden Grabsteines von jeweils zwei Punkten, die bereits bekannt sind, gemessen. Die entsprechenden Entfernungen werden mit dem Zirkel abgetragen (trianguliert). Der Schnittpunkt ergibt den jeweiligen Eckpunkt des zu messenden Grabsteines. Um die abgetragenen Punkte herum wird dann ein Kästchen gezeichnet, das die entsprechende Grabstelle markiert.

 

Schritt 6: Zeichnung scannen

Abschließend wird die Bleistiftzeichnung gescannt und als Grundlage für die Vektorisierung genutzt. Es ist ratsam, auf der Zeichnung eine Maßstabslinie (10m o.ä.) einzuzeichnen.

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