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  • Haus der helfenden Hände / Beienroder Konvent
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260 Ziel, Interesse oder Aufgabe

Das "Haus der helfenden Hände" ist eng mit dem Theologen Iwand, Hans Joachim verknüpft und gilt als Selbsthilfewerk der ostpreußischen Vertriebenen. Bereits 1946 hatte Iwand gemeinsam mit seiner Frau einen Paketdienst eingerichtet. Zugleich organisierte Iwand ab 1945 Pfarrkonvente ostpreußischer Pfarrer; zuerst in Hannover, später in Beienrode (daher die alternative Bezeichnung Beienroder Konvent). Dieser Konvent avancierte fortan zum Zentrum der ostpreußischen Vertriebenenarbeit und sollte den ostpreußischen Pfarrern ein Heimathaus sein. Augenfällig ist die starke Verknüpfung zwischen ostpreußischer Bekennender Kirche / Ostpreußischem Bruderrrat und ostpreußischem Hilfskomitee, die hier ihren Versammlungsort hatten (vgl. Rudolph, Evangelische Kirche und Vertriebene Bd.1, 1984, S. 87). Dabei galt es auch, das Erbe der ostpreußischen Bekennenden Kirche zu bewahren. 1949 wurde das Haus der helfenden Hände in Beienrode angemietet, 1951 vom Konvent käuflich erworben. Neben der Koordinierung und Ausgestaltung der ostpreußischen Vertriebenenarbeit und der Sammlung ostpreußischer Pfarrer diente die Einrichtung auch konkreten sozialen Zwecken; so wurden ein Altenheim und eine Ausbildungsstätte für Jugendliche eingerichtet. Ein besonderes Anliegen war zudem die Versorgung und Schaffung eines Wirkungskreises für junge Pfarrwitwen. Das Haus der helfenden Hände gab auch eine eigene Zeitschrift mit dem Titel Die Hilfe. Blätter aus dem Haus der helfenden Hände heraus. Iwand selbst war sowohl Vorsitzender des ostpreußischen Hilfskomitees als auch des ostpreußischen Bruderrats bzw. des Beienroder Konvents, der hier sein Zentrum hatte. Wegen seiner großen beruflichen Belastung wurde er häufig von Pfarrer Schmittat, Ernst vertreteten, der später auch Nachfolger Iwands als Vorsitzender des ostpreußischen Bruderrats und des Beienroder Konvents wurde. Im Zuge der scharfen Auseinandersetzungen über das Tübinger Memorandum, in welchem einzelne protestantische Intellektuelle einen Verzicht auf die Gebiete östlich von Oder und Neiße gefordert hatten, kam es in den Jahren 1962/1963 jedoch zu scharfen Kontroversen innerhalb der ostpreußischen Pfarrerschaft. Viele ostpreußische Pfarrer fühlten sich vom Beienroder Konvent nicht mehr repräsentiert und spalteten sich infolge der Beienroder Resolution ab, in der der Beienroder Konvent seine Zustimmung zum Tübinger Memorandum erklärt hatte. Fortan gab es neben dem Beienroder Konvent, der das Tübinger Memorandum unterstützte, eine Berliner Abspaltung, die das Tübinger Memorandum nicht unterstützte. Einen kirchenregimentlichen Anspruch erhoben die Berliner jedoch nicht.

4208 Geschichtliche Stationen und Daten

  • 1945 Organisation von Pfarrkonventen der ostpreußischen Bekennenden Kirche durch Iwand, Hans Joachim, zunächst in Hannover, später in Beienrode. Koordinierung und Versammlung des ostpreußischen Bruderrats.
  • 1946 Organisation eines Paketdienstes für notleidende Brüder. Kontinuierlicher Ausbau der Selbsthilfe der Vertriebenen.
  • 1949 Anmietung des Hauses der helfenden Hände in Beienrode.
  • 1951 Käuflicher Erwerb des Hauses. Ausstattung der Einrichtung mit einem Altenheim und einer Ausbildungsstätte für Jugendliche.
  • 1962/1963 Spaltung des Beienroder Konvents in einen Berliner und einen Beienroder Kreis infolge des Tübinger Memorandums.

Netzwerk

510 Bruderrat der EKD (Übergeordnete Einrichtung)

510 Ostkirchenausschuss (Kirchlicher Hilfsausschuss für die Ostvertriebenen) (Übergeordnete Organisation, im OKA vertreten)

510 Ostpreußisches Hilfskomitee (Personalunion)

510 Beienroder Konvent (Personalunion)

510 Ostpreußischer Bruderrat (Personalunion)

500 Iwand, Hans Joachim (Vorsitzender des Beienroder Konvents, des ostpreußischen Hilfskomitees und des ostpreußischen Bruderrats)

500 Kloppenburg, Heinz (Unterstützer)

500 Schmittat, Ernst (Stellvertreter und Nachfolger Iwands als Vorsitzender des ostpreußischen Hilfskomitees)

Publikationen

Eigene Publikationen

692 Die Hilfe. Blätter aus dem Haus der helfenden Hände (Zeitschrift)

Veröffentlichungen über die Institution

730 Seim, Jürgen: Iwand. Eine Biografie, Gütersloh 1999.

730 Seim, Jürgen: Hans Joachim Iwand und die vertriebenen Ostpreußen, in: Kirchliche Zeitgeschichte, 25 (2012), S. 24-34.

730 Rudolph, Evangelische Kirche und Vertriebene Bd.1, 1984

100 Name: Haus der helfenden Hände / Beienroder Konvent

0100 GBV-Link:

 

 


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