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4221 Biographie

  • 14.01.1892 geboren in Lippstadt als Sohn des lutherischen Pfarrers Heinrich Niemöller
  • 1910 Abitur mit Auszeichnung, anschließend Dienst in der kaiserlichen Marine
  • 1912 Fähnrichsexamen
  • Herbst 1915 Niemöller meldet sich freiwillig zur U-Boot-Abteilung und nahm im Ersten Weltkrieg an mehreren U-Boot-Einsätzen im Mittelmeer teil, zuletzt als U-Boot-Kommandant
  •  20.07.1919 Heirat mit Else, geb. Bremer (1890-1961)
  • 1919-1923 Studium der ev. Theologie in Münster
  • 11.04.1923 Erstes theologisches Examen und Vikarstätigkeit in Münster
  • 1924 Ordination, Berufung als Vereinsgeistlicher im Dienst der westfälischen Inneren Mission
  • 1931 Pfarrstelle im Berliner Villenvorort Dahlem
  • 1933 Zustimmung zum Führerstaat unter Hitler, aber Ablehnung der Kirchenpartei Deutsche Christen
  • Mai 1933 Mitbegründung der Jungreformatorischen Bewegung und Adjutant des designierten Reichsbischofs Friedrich von Bodelschwingh
  • Juli 1933 Niemöller wird einer der Initiatoren der innerkirchlichen Opposition gegen die von den Deutschen Christen ausgeübten Maßnahmen zur organisatorischen und ideologischen Anpassung der Kirche an den Nationalsozialismus
  • September 1933 Aufruf zur Gründung eines reichsweiten Pfarrernotbunds
  • Januar 1934 direkte Konfrontation zwischen Hitler und Niemöller, Verhängung eines Redeverbots
  • Teilnahme an den Bekenntnissynoden: 1934 Barmen, Berlin-Dahlem, 1935 Augsburg, 1936 Bad Oeynhausen,

  • 1.07.1937 Verhaftung Niemöllers und Verurteilung wegen "Kanzelmissbrauchs und Widerstands gegen die Staatsgewalt"
  • 02.03.1938 Verurteilung zu einer Geldstrafe und zu Festungshaft, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt galt
  • Hitler ließ Niemöller als seinen persönlichen Gefangenen in das Konzentrationslager Sachsenhausen bringen und machte diese Entscheidung auch trotz anhaltender weltweiter Proteste nicht wieder rückgängig.Verbrachte drei Jahre in Einzelhaft
  • 1941 Verlegung in das Konzentrationslager Dachau
  • 1945 wurde er in Begleitung eines Liquidationskommandos nach Südtirol gebracht, Befreiung durch amerikanische Soldaten
  • 19.06.1945 Entlassung nach Deutschland. Die angestrebte Überwindung des Landeskirchentums und der angestrebte Neuaufbau der Kirche von bekennenden Gemeinden aus auf der Grundlage der Barmer Theologischen Erklärung gelingt nicht. Ebenfalls blieb ihm die Übernahme eines kirchenleitenden Amtes in Berlin versagt, da dort inzwischen Otto Dibelius Bischof geworden war. Neue kirchliche Heimat wird die Landeskirche Hessen-Nassau.
  • Ende 08.1945 stellvertretender Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland
  • Frühjahr 1946 Neuordnung der hessischen Kirchen mit der Einrichtung des »Leitenden Geistlichen Amtes«
  • 01.10.1947 Die verfassungsgebende Synode der neukonstituierten Ev. Kirche in Hessen und Nassau beruft Niemöller zum Kirchenpräsidenten. Bestätigung 1950 und 1958
  • 31.12.1964 Abschied aus dem Amt aus freiem Entschluss
  • 1955  Ablösung von der Leitung des Kirchlichen Außenamtes nach massiver Kritik von lutherischer Seite
  • 1961 Wahl Niemöllers zu einem der sechs Präsidenten des Ökumenischen Rates der Kirchen in Anerkennung seiner Verdienste
  • 06.03.1984 gestorben in Wiesbaden

Netzwerk

500 Niemöller, Heinrich (Sohn)

500 Niemöller, Wilhelm (Bruder)

500 Barth, Karl (gemeinsames Lager)

500 Wischmann, Adolf (Vorgänger als Leiter des Kirchlichen Außenamt der EKD - Evangelische Kirche in Deutschland)

510 Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (Mitglied 1945-1955)

510 Kirchliches Außenamt der EKD - Evangelische Kirche in Deutschland (Leiter)

510 Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (Kirchenpräsident, 1947–1964)

510 Ökumenischer Rat der Kirchen (Präsident, 1961-1968)

510 Bekennende Kirche (Mitglied)

510 Bund Deutscher Bibelkreise (Berliner BK- Landesführer)

510 Bruderrat der EKD (Mitglied)

510 Jungreformatorische Bewegung (Mitglied)

510 Pfarrernotbund (Initiator)

Literatur

Eigene Publikationen

692 Niemöller, Martin: "...zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn!" Sechs Dachauer Predigten, München 1946.

692 Niemöller, Martin: Wir Christen und der Friede. Vortrag, gehalten bei der Jahrestagung des Versöhnungsbundes in Bremen am 20. Mai 1960, in: Gressel, Hans (Hsg.): Friedrich Siegmund-Schultze zum 75. Geburtstag am 14. Juni 1960 (Versöhnung und Friede 13/14), Dortmund 1960, 59-66.

692 Niemöller, Martin: Bibliographie, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (Bd. 6), Herzberg 1993, Sp. 735-748.

692 Niemöller, Martin: Dahlemer Predigten. Kritische Ausgabe (hg. von Michael Heymel), Gütersloh 2011.

Archivbestände

670 Teilnachlass 1 Evangelisches Zentralarchiv in Berlin (Predigten, Bruderrat der Evangelischen Kirche in Deutschland) 

670 Teilnachlass 2 Zentralarchiv der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Darmstadt (Überwiegend Unterlagen aus seinen amtlichen Tätigkeiten, Handakten, Korrespondenz, Presseausschnitte sowie Interviews, Vorträge, Predigten, Schriften; Korrespondenz mit dem Bruder Wilhelm N. 1919-1973)   

670 Teilnachlass 3 Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen (Materialsammlung zu Niemöller)

Veröffentlichungen über die Person

730 Bentley, James: Martin Niemöller, London 1986.

730 Braun, Hannelore/ Grünzinger, Gertraud (Bearb.): Personenlexikon zum deutschen Protestantismus 1919-1949 (AKIZ A12), Göttingen 2006, 185.

730 Graff, Gerti (Hsg.): Unterwegs zur mündigen Gemeinde. Die evangelische Kirche im Nationalsozialismus am Beispiel der Gemeinde Dahlem. Bilder und Texte einer Ausstellung im Martin-Niemöller-Haus, Stuttgart 1982.

730 Niemöller, Jan: Geschichte eines Flügels, Usingen 1998.

730 Schreiber, Matthias: Martin Niemöller, Reinbek 2008.

730 Schmidt, Dietmar: Martin Niemöller. Eine Biographie, Stuttgart 1983.

730 Wette, Wolfram: Seiner Zeit voraus. Martin Niemöllers Friedensinitiativen (1945-1955), in: Bald, Detlef (Hsg.): Friedensinitiativen in der Frühzeit des Kalten Krieges 1945-1955 (Frieden und Krieg 17), Essen 2010, 227-241.

730 Borchmeyer, Doris: Die Bekennende Kirche und die Gründung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN Diss.), Gießen 2010.

730 Schmidt, Dietmar: Martin Niemöller. Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, in: Bachmann, Jürgen (Hsg.): Zum Dienst berufen. Lebensbilder leitender Männer der Evangelischen Kirche in Deutschland, Osnabrück 1963, 163-170.

730 Hermle, Siegfried/ Oelke, Harry (Hg.): Die Protokolle des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (AKIZ A16 7), Göttingen 2009, 783.

Internetressourcen

730 Eintrag "Niemöller, Martin", in: Widerstand!? Evangelische Christen und Christinnen im Nationalsozialismus: http://de.evangelischer-widerstand.de/?#/menschen/Niemoeller

730 Eintrag "Niemöller, Martin", in: Munzinger Online/Personen - Internationales Biographisches Archiv: http://www.munzinger.de/document/00000000126

730 http://www.hdg.de/lemo/biografie/martin-niemoeller.html

100 Name: Niemöller, Emil Gustav Friedrich Martin

550 Profession: Pfarrer, ev. Theologe, Kirchenpräsident, Ökumeniker

006 GND-Link: http://d-nb.info/gnd/118587900