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  • Evangelische Verantwortung (Zeitschrift)
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260 Ziel, Interesse oder Aufgabe

Die „Evangelische Verantwortung“ sollte als Publikationsorgan des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU vordergründig folgende Funktionen erfüllen: Zum einen die Stellungnahme zu wichtigen politischen Fragestellungen der jeweiligen Zeit, zum anderen die Einbeziehung spezifisch protestantischer Sichtweisen auf diese, als auch eine generelle Repräsentanz von protestantischen Elementen (vgl. Egen 1971: 138, 140, vgl. Mehnert/Meißner 2012: 22).

Gerichtet war die „Evangelische Verantwortung“ insbesondere in ihrer Anfangszeit vor allem an Pfarrer und Mitarbeiter im evangelischen Betrieb, beispielsweise an Diakone, Prediger und Mitarbeiterinnen der Frauenhilfe (Egen 1971: 137).

4208 Geschichtliche Stationen und Daten

Schon zu Beginn der Arbeit des EAK sah der Geschäftsführende Ausschuss des EAK in der Herausgabe eines Publikationsorgans ein zentrales Ziel. Das vom Geschäftsführenden Ausschuss angedachte Publikationsorgan sollte regelmäßig erscheinen und sich vor allem an evangelische Pfarrer, Jugendkreise und Männerwerke wenden. Des Weiteren sollte es ein publizistisches Gegenwicht im evangelischen Milieu von Seiten der Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) gegen die als Beeinflussung des evangelischen Milieus wahrgenommenen Aktivitäten der Kreise um Niemöller darstellen. (Egen 1971: 135, 136)

Das gewünschte Publikationsorgan fand seine Verwirklichung in der „Evangelischen Verantwortung“, die ab März 1953 unter der redaktionellen Leitung von Hans Strümpfel und der gezeichneten Herausgeberschaft von Robert Tilmanns und Hermann Ehlers erstmals erschien. (vgl. Mehnert/Meißner 2012: 22, 23) In der Anfangsphase erschien die Evangelische Verantwortung noch mit dem Untertitel „Politische Briefe des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU“, was ein persönlicheres Ansprechen symbolisieren sollte. (vgl. Mehnert/Meißner 2012: 22)

15.000 Exemplare der ersten Auflage wurden an Mitarbeiter im evangelischen Raum mit regionalem Schwerpunkt auf Stuttgart und Nordrhein-Westfalen verteilt. Im Verlauf der Anfangszeit  pendelte sich die Zahl der deutschlandweit verteilten Ausgaben pro Monat auf 25.000 ein. (vgl. Egen 1971: 139) Das von der Geschäftsführung des EAK festgehaltene Anschriftenmaterial lässt Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Adressaten der „Evangelischen Verantwortung“ zu. So waren 9.200 Pfarrer, 476 Prediger, 1.486 Diakone, 650 Lehrer, 2.000 Mitarbeiterinnen der Frauenhilfe sowie einige Tausend evangelische Eltern dort vermerkt. (vgl. Egen 1971: 137) Die „Evangelische Verantwortung“ sollte jedoch nicht nur aus evangelischer Perspektive über die aktuelle Politik informieren, sondern auch zu einer Mobilisierung des protestantischen Milieus zugunsten der Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) beitragen. So erhoffte man sich von den Adressaten der "Evangelischen Verantwortung", dass diese als Multiplikatoren wirkten. Ebenfalls wurden als Beilage Wahlaufrufe des EAK versendet (vgl. Egen 1971: 139) und man erhoffte sich, vor allem bei der Bundestagswahl 1953, einen Effekt auf das Wahlergebnis. Generell wurde die Evangelische Verantwortung kostenfrei abgegeben. (vgl. Egen 1971: 138)

Mit der Übernahme der redaktionellen Gestaltung der Zeitung durch Eberhard Ammelung veränderte sich der Charakter der „Evangelischen Verantwortung“. Sie entwickelte sich nun in Aufmachung und Inhalt mehr zu einer Zeitschrift und der Prozess ihrer Entstehung wurde professioneller. Die inhaltlichen Veränderungen wurden besonderes darin deutlich, dass mehr Mut zur Diskussion auch unabhängig von bereits in der Partei ausdiskutierten Fragen gezeigt wurde. Die Inhalte wurden zudem immer akademischer. (Mehnert/Meißner 2012: 56f)

Die durch das Parteienfinanzierungsurteil erzwungene Einstellung der „Evangelischen Verantwortung“ 1967 sollte nur zwei Jahre andauern. Schon 1969 reaktivierte Peter Egen zusammen mit Eberhard Ammelung und dem Pfarrer Eberhard Stammler im Januar die Zeitschrift. Auch durch die Reaktivierung veränderte sich das inhaltliche Profil erneut. So wurde die "Evangelische Verantwortung" nun wesentlich kommunikativer und reflektierte stärker das kirchliche und öffentliche Geschehen sowie die Arbeit der Landesverbände des EAK. (vgl. Mehnert/Meißner 2012: 62)

Insgesamt war die "Evangelische Verantwortung" insbesondere in der Anfangszeit des EAK ein wichtiges Instrument um diesen zu etablieren und trug zu dessen politischem Einflusspotential bei. (vgl. Egen 1971: 140)

Netzwerk

500 Strümpfel, Hans (1953-1962) (Redakteur)

500 Amelung, Eberhard (1962-1967) (Redakteur)

500 Stammler, Eberhard (ab 1969) (Redakteur)

500 Cillien, Adolf (Mitherausgeber ab 1953)

500 Ehlers, Hermann (Mitherausgeber ab 1953)

500 Tillmanns, Robert (Mitherausgeber ab 1953)

510 Evangelischer Arbeitskreis der CDU und CSU (EAK) (Herausgeber)

Inhaltsverzeichnis

Als Excel-Datei sind hier die Inhaltsverzeichnisse der Ausgaben zwischen 1956 und 1990 aufgeschlüsselt. Die wenigen nicht zur Verfügung stehenden Ausgaben sind in den einzelnen Jahresübersichten aufgeführt und im letzten Blatt der Excel-Mappe zusammengetragen.

Inhaltsverzeichnis EV.xlsx

Veröffentlichungen über die Institution

730 Egen, Peter: Die Entstehung des Evangelischen Arbeitskreis der CDU/CSU, Bochum 1971

730 Martin, Albrecht/Meissner, Christian/Mehnert, Gottfried: Der Evangelische Arbeitskreis der CDU/CSU 1952-2012. Werden Wirken und Wollen, Berlin 2012