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  • Neue Gesellschaft / Frankfurter Hefte
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260 Ziel, Interesse oder Aufgabe

(Text übernommen von: http://www.frankfurter-hefte.de/Ueber-uns/)

Die NEUE GESELLSCHAFT wurde 1954 als Theoriezeitschrift im sozialdemokratischen Umfeld gegründet. Nach der schweren Niederlage der SPD bei der zweiten Bundestagswahl im Jahr zuvor sollte die linke Opposition im Lande mit einem neuen Debattenblatt aus der geistigen Enge geführt werden. Zu den Gründungsherausgebern zählten Willy Eichler, der spätere Verfasser des Godesberger Programms, sowie die Professoren Otto Stammer von der FU Berlin, Fritz Bauer, 1963 Chefankläger im Frankfurter Auschwitz-Prozess und Carlos Schmid, einer der geistigen Väter des Grundgesetzes. Im Mittelpunkt der ersten programmatischen Bemühungen der Zeitschrift standen die Abkehr von einem deterministisch geprägten Sozialismus-Verständnis, die Annäherung an Europa sowie der Brückenschlag zu den Kirchen. Chefredakteure waren Prof. Ulrich Lohmar, Leo Bauer, von 1972 bis 1982 Herbert Wehner und von 1983 bis zu seinem Tod 2005 Peter Glotz.

Die FRANKFURTER HEFTE entstanden 1946 im linkskatholischen Milieu und erreichten als Pioniere der nachkriegsdeutschen Publizistik eine Spitzenauflage von 70.000. Ihre Gründer waren der Politologe Eugen Kogon und die Publizisten Walter Dirks, Maria Guggenheimer und Clemens Münster. Nachdem Kogon und Dirks noch das christlich-sozialistische Gründungsprogramm der hessischen CDU verfasst hatten, wandten sie sich rasch von der Partei Konrad Adenauers ab und standen in Opposition zur Regierungspolitik der frühen Bundesrepublik. In ihren Europavisionen forderten Kogon und Dirks eine Abkehr vom klassischen Nationalstaat und den Aufbau einer europäischen Republik. Außerdem spielte die Zeitschrift mit den Debatten um eine paritätische Mitbestimmung in Großbetrieben lange Zeit eine herausragende Rolle.

1985 wurden die FRANKFURTER HEFTE von der NEUEN GESELLSCHAFT übernommen. Heute versteht sich die Zeitschrift nicht mehr als Theorieorgan klassischen Typs, sondern als Zeitschrift für Politik und Kultur, der kluge Zeitdiagnosen und Kommentare ebenso am Herzen liegen wie praktische Zukunftsentwürfe. 

Herausragende Themen seit dem Epochenbruch 1989 waren vor allem die Demokratisierungsprozesse in Ost- und Mitteleuropa, zivilgesellschaftliche Gesellschaftsmodelle, die intellektuelle Auseinandersetzung mit der konservativen Intelligenz, die Aufarbeitung der totalitären Vergangenheit, die Entwicklung der Neuen Medien, die Zukunft der Metropolen und die Aussichten der Sozialen Demokratie in Zeiten der Globalisierung.

Zu den aktuellen Schwerpunktthemen gehören die soziale Gerechtigkeit, Fragen der Politkultur, der Zusammenhalt der modernen Gesellschaft, die Kultur der Erinnerung, das kulturelle Leben der Republik, die Laboratorien der Zukunft wie China und der neue „Sozialismus“ in Lateinamerika, die Renaissance der Religionen und die Frage nach der Zukunft der kulturell vielfältigen Gegenwartsgesellschaft, das Schicksal der Demokratie in der Globalisierung und neuen Herausforderungen durch Terrorismus und Neue Kriege.

4208 Geschichtliche Stationen und Daten

1946 Gründung der Zeitschrift "Frankfurter Hefte"

1954 Gründung der Zeitschrift "Neue Gesellschaft"

1985 Übernahme der Zeitschrift "Frankfurter Hefte" durch die Zeitschrift "Neue Gesellschaft". Seitdem erscheint die Zeitschrift unter dem Namen "Neue Gesellschaft / Frankfurter Hefte"

Netzwerk

510 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

510 Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

500 Kogon, Eugen (Gründungsherausgeber Frankfurter Hefte)

500 Dirks, Walter (Gründungsherausgeber Frankfurter Hefte)

500 Bauer, Fritz (Gründungsherausgeber Neue Gesellschaft)

500 Schmid, Carlo (Herausgeber Neue Gesellschaft)

Publikationen

Veröffentlichungen über die Institution

730 http://www.frankfurter-hefte.de/Aktuelle-Ausgabe/

730 Grunewald, Michel: „‚Christliche Sozialisten‘ in den ersten Nachkriegsjahren: Die Frankfurter Hefte“, in: Ders. /Puschner, Uwe (Hrsg.), Le milieu intellectuel catholique en Allemagne, sa presse et ses reseaux (1871-1963) / Das katholische Intellektuellenmilieu in Deutschland, seine Presse und seine Netzwerke (1871-1963), Bern 2006, S. 459–482.

730 Mautner, Josef P.: „Dekonstruktion des Christentums. Linkskatholizismus und Gegenwart“, in: Faber, Richard (Hrsg.), Katholizismus in Geschichte und Gegenwart, Königshausen & Neumann, Würzburg 2005, S. 227–254.

100 Name: Neue Gesellschaft / Frankfurter Hefte 

130 Einrichtungstyp: Zeitschrift

0100 GBV-Link: http://d-nb.info/013908928

Eingehende Verknüpfungen

Dirks, Walter
Habermas, Jürgen
Wehner, Herbert

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